Content-Marketing News

02.04.2014 um 07:30

Meta-Recap der Content Marketing Conference in Köln

Zum vierten Mal trafen sich am Aschermittwoch und dem darauffolgenden Donnerstag Marketing-Experten zur Content Marketing Conference 2014 auf der Wolkenburg in Köln. 400 Teilnehmer konnten insgesamt 18 Vorträgen beiwohnen sowie sich an zahlreichen Podiumsdiskussionen aktiv beteiligen. Wie kam die Konferenz an? Was war gut, was nicht so gut und was wünschen sich Teilnehmer und Experten von Content Marketing?


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Wir geben Ihnen hier eine Zusammenfassung der Recaps zur Konferenz mit den wichtigsten Findings:


Definition und Abgrenzung von Content Marketing schwierig

Ulf-Hendrik Schrader veröffentlichte einen Gastbeitrag bei t3n mit dem Titel “Keine Sau wartet auf Corporate Content”, wo er eine detaillierte Zusammenfassung der zwei Tage liefert. Angefangen mit der Konferenz-Eröffnung von Moderator Frank Puscher, der unterstreicht, dass es bei Content Marketing nicht um das “Ob”, sondern um das “Wie” geht.  Schrader geht dann auf das Thema Storytelling ein. Tobias Dennehy, Change Manager“ bei der Siemens AG, stellt Storytelling ins Zentrum der Content Marketing Strategie. Siemens arbeitet bei seiner Content-Produktion mit Dokumentarfilmern zusammen, um glaubwürdigen Content zu erstellen. Dies funktioniert für das Unternehmen sehr zufriedenstellend: Elf Prozent aller, die sich diese Filme ansehen, zeigen Interesse an den Produkten.

Schrader bestätigt die These von Eduard Klein, Herausgeber von content-marketing.com und Leiter des Content Marketing Instituts, dass sich „schlechte Produkte auch durch Content-Marketing nicht erfolgreich vermarkten lassen. “Bei Content Marketing geht es darum, die komplette Customer-Journey mit jeweils passenden Inhalten transmedial zu begleiten.” Im Zentrum von Content Marketing steht ein Unternehmensblog. Go Mobile: Es ist unerlässlich, dass Inhalte auch auf mobilen Endgeräte konsumiert werden können.

Mit Spannung erwartete Schrader die Updates zu dem Projekt “Babyharmonie” der Schwenninger Krankenkasse. 15 bis 20 Prozent des Marketingbudgets wird bei der Schwenninger in verschiedene Content-Marketing-Aktivitäten investiert. Verantwortlicher Ingo Hermann verriet dem Autor, dass “die behutsame Kommerzialisierung des anfänglich kaum gebrandeten und auf Information fokussierten Auftritts dem Erfolg bisher nicht geschadet habe”.

Am Ende zieht Schrader das persönliche Fazit, dass sich die Branche schwer mit der Definition und Abgrenzung von Content Marketing tut. Was ist diese neue und zugleich alte Disziplin? Eine Querschnittsdisziplin zwischen Data und Distribution? Vor allem vermisste Schrader das Thema Strategie, das seiner Meinung “sträflich vernachlässigte wurde und hoffentlich nächstes Jahr mehr in den Mittelpunkt rückt”.



Dass das Thema Strategie zu kurz kam, fand auch Anna Beglauvon der Agentur Neoskop: “Es gab viele praktische und interessante Beiträge, aber das Thema Content Strategie suchte man vergebens. Zusammenfassung: große Konzerne, mittelständische Betriebe, eindrucksvolle Agentureinblicke und ein bisschen Eigenwerbung.”


Das kritisiert auch Uwe Freese von Xengoo. Die Konferenz gab für ihn interessante Einblicke und Inspiration. Enttäuschend aber waren die Vorträge der Sponsoren, die oftmals weniger die Inhalte ins Zentrum stellten als Werbung fürs eigene Unternehmen zu machen. Und das ist kein Content Marketing, so der Autor.


Spannende Einblicke mit Buzz

Thomas Kemp nimmt fünf Take-aways mit, die er auf dem deutschsprachigen Blog der US-Software-Firma HubSpot veröffentlicht: Viele der Referenten propagierten einen Königsweg beim Content Marketing. Für den Autor gibt es diesen nicht. Alles funktioniert nur im Kontext, so Kemp. Er kritisiert, dass es vielen noch nicht gelungen ist, wirklich Stellung zu beziehen. Viele der Referenten und Teilnehmer der Podiumsdiskussionen verloren sich in “Buzzword-Befindlichkeiten” und wenige blickten über den Tellerrand. Sein Fazit: “War man die letzten Jahre bereits auf der CMC und beschäftigt man sich täglich mit Themen rund ums Content Marketing, bot einem die Content Marketing Conference 4.0 im großen und ganzen nicht viel Neues, im kleinen und speziellen aber durchaus spannende Einblicke.”


 

Über Buzzwörter monierten ebenfalls Miri Berndt und Sibylle Rüdt im SEO und Online Marketing Blog von Trust Agents: “Das meist benutzte Buzzword und unser persönliches Unwort der Konferenz lautete dabei: Native Advertising.” Was sie damit genau meinen, wird aber in ihrem Recap nicht mehr ausführlich thematisiert. Die Autorinnen sehen Content Marketing vor der Herausforderung Lösungen zu schaffen, die auch für das Gesamtunternehmen passend sind. Kreativität zu zeigen ohne die wirtschaftlichen Aspekte aus den Augen zu verlieren. Und sein Handwerkszeug zu beherrschen, sprich journalistische Formate.


Die Agentur explido gutiert in ihrem Recap das lehrreiche und unterhaltsame Programm der Konferenz, das vor allem durch die Speaker getragen wurde. Auch wie die Konferenz strukturiert ist, kam hier gut an: “Anschauliche Beispiele, unkonventionelle Eselsbrücken und Speed-Networking durchbrechen die eindimensionale Wand an Power-Point-Präsentationen.” So ziehen sie das Fazit, dass Content Marketing mehr als ein Buzzwort ist, auch wenn eine klare Definition vermisst wurde:

“Nach der Konferenz sind nicht alle Fragen beantwortet und nicht alle Antworten befriedigend, trotzdem sind die Teilnehmer überzeugt, dass Content-Marketing – richtig zugeführt – Glückshormone verursacht. Und auch wenn das jetzt einen Euro (oder zwei?) für die Floskelkasse bedeutet, ist man sich einig: Content ist King: Buzzta!”


Raphaela Krumhard von avenit AG kommentiert in ihrem Recap zur Konferenz die einzelnen Präsentationen. Ziemlich begeistert zeigt sich die Autorin vom Vortrag von Tobias Dennehy bei Siemens. Hier stellt sie vor allem die Umsetzung eines Newsrooms, bei dem die Mitarbeiter zusammenarbeiten und die Kommunikation steuern, in den Vordergrund. Weniger angetan war Krumhard dagegen von Dr. Dominik Matyka, CEO & Gründer von plista, dessen einzige Pointe seiner Präsentation war, dass man mit plista Content streuen kann.
In Bezug auf den Vortrag von Eduard Klein sagt Krumhard: “Als einer der wenigen Referenten gibt Eduard Klein, Leiter von content-marketing.com, umsetzbare Tipps für kleine und mittlere Unternehmen.”

Auch  Jens Fauldrath, Geschäftsführender Gesellschafter der takevalue Consulting GmbH, brachte vieles auf den Punkt in Bezug SEO. “Man optimiert nicht für Google, sondern für den Nutzer. Google kauft schließlich nichts!”, zitiert Krumhard den Speaker. Als Fazit zieht auch diese Autorin: Für Content Marketing existiert keine einheitliche Definition.


Zusammenfassend gingen alle Recaps detailliert auf das umfassende Programm ein und sahen die Veranstaltung als lebendigen Ort des Learnings. Als Fazit und Wunsch für die nächste Konferenz steht für viele Autoren die Erörterung einer Content Marketing Strategie als zentrale Voraussetzung erfolgreichen Content Marketings im Vordergrund.


Hier noch ein kleiner Recap in Bildern:


Waren Sie ebenfalls auf der Content Marketing Conference? Wie sieht Ihr persönlicher Recap aus? Was hat Ihnen gefallen, was eher nicht? Hinterlassen Sie bitte einen Kommentar und diskutieren Sie mit uns.



Bildnachweis:
Screenshot CMC


ein Kommentar

  1. Storytelling als eine Contentform unter vielen ins Zentrum des Content Marketings zu stellen, betrachte ich als zu kurz gedacht oder gar falsch. Contentformen und Contentarten werden vorwiegend a) von den Informationsbedürfnissen und dem vorherrschenden Informationsverhalten der jeweiligen Zielgruppen, b) dem Content-Thema und Informationsziel als solchem c) den generellen Content Marketing-Zielen und c) Branchen und Produkten bestimmt. Sind diese Bereiche definiert und vefügt man dazu über die notwendigen Informationen, wird die Contentart bestimmt, und dies kann oft eine andere und geeignetere sein als Storytelling.

    So mag für Ingenieure bei technischen Produkten beispielsweise Storytelling ebenso wenig zu suchen haben, wie bei einer Datenbank-Software für Marketingleute. Hier stehen rationale und faktische Contentformen wie Whitepaper, Facts and Figures von Studien, Infografiken und ähnliches im Mittelpunkt. Im BtoB-Bereich generell wird das Storytelling eher selten im Mittelpunkt stehen, was aber nicht heisst, dass es auch hier durchaus erfolgreich zur Anwendung kommen kann.

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